17 Jahre Kampf um soziale Gerechtigkeit in Frankfurt (Oder) (2/10)

Den nächsten großen Angriff gab es im Zusammenhang mit der Kürzung von Planstellen in der Suchtberatungsstelle der Stadt Frankfurt (Oder). Man hätte gern gesehen, dass der Verein konzeptionell vom Selbsthilfegedanken abgeht und Therapeuten im Projekt zugelassen werden, was bis heute auch satzungsmäßig ausgeschlossen ist.


Der tiefere Sinn dafür liegt darin, dass das Projekt für ein Klientel geschaffen wurde, dass bereits alle Therapiefor- men durchlaufen hatte und für das sich niemand mehr zuständig fühlte. Außerdem hätten dann Einweisungen bzw. Begutachtungen durch den Amtsarzt, mit anschließender Festlegung der Aufenthaltsdauer im Haus dazugeführt werden müssen. Danach würden sie wieder in ihr altes Milieu zurückgehen, was keinen interessiert hätte. So kann jeder Betroffene für sich selbst entschei- den, wie lange er im Wohnprojekt des Vereins IMAGO 91 leben will.

Daraus resultierte aber, dass die gestrichenen Therapeutenstellen aus der Suchtberatungsstelle Frankfurt (Oder) nicht durch neue im Verein IMAGO91 ersetzt werden konnten und einige ihren Arbeitsplatz verloren. Die Auseinandersetzungen in dem Zusammenhang gipfelten im schriftlichen Hausverbot für alle Mitarbeiter der Frankfurter Suchtberatungsstelle und der damalige Leiter, selbst Mitglied im Verein IMAGO 91, trat aus.

Das Sozialamt suchte ständig nach Möglichkeiten, wie sich die Stadt Frankfurt (Oder) aus der Verantwortung für die Mietkosten der einzelnen Bewohner stehlen konnte.

Es kam dann von dort zur Aufforderung, für jeden Bewohner Wohngeld zu beantragen. Mein Hinweis, dass das nach Rechtslage nicht möglich wäre, wurde ignoriert und man bestand darauf.

Etwa 2 Jahre später kam eben dieser Sozialamtsleiter mit dreien seiner Mitarbeiter in unser Haus. Der selbe Mann, der uns praktisch gezwungen hatte, die Anträge zustellen, erklärte sie nun für Unrecht und verlangte, der Verein müsse die volle Summe an die Stadt Frankfurt (Oder) zurückzahlen.

Ein Unding, da Wohngeld an den Einzelnen gezahlt wurde, der wiederum damit einen Teile seiner Miete gegenüber dem Verein IMAGO 91 zahlte und Selbiger praktisch das Geld als durchlaufender Posten an die Stadt Frankfurt (Oder) für die Kosten des Hauses, die damit natürlich bei weitem nicht gedeckt waren, zurück gab.
Auch diese Forderung wurde nicht schriftlich an uns gestellt, dafür setzte die gleiche Propaganda, wie schon zuvor mit der Fördersumme von 20.000 DM ein.

Video: Klageflut gegen Hartz IV-Bescheide

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